Zwei an der Ecke.

Hamburg-Hymne: De Jung mit’m Tüdelband

An de Eck steiht’n Jung mit’m Tüdelband – düsset Leed kennt je all‘. Doaver brukt je nich mal Plattdeutsch tau kürn. Oaber de Geschichte doavan, de kennt je nich, oder?

Wie würn düssen Sommer veel ünnerwejens und hebbet doabie de Lüe efräret, wecke plattdeutschen Leeders se sau kennt.

Den Hamburger Jung kennt se alle

De lüttche Bönsel mie sien Buddebrot, de Deern un ürne Eierkorv an nem Eckstein sonstewo in Hamburch un ok de jemopsten Äppel – düsse Story wür jümmer doabie.
Je kennt dat nich? Denn hürt jück den Hamburger Jung eis an – je finnet n lüttchet Audio ant Enne van Artikel. De Text stoaht doa denn ok. Künnt je miemaken.

Woarümme is de Kehrvers up hochdeutsch?

Einer het oaber n janz interessante Fräre uppeworfen: Woarümme gifft dat de Kehrvers up Hochdeutsch un nich up Platt? Minsche, dat het wie ok nich sau ut’n Lameng ewusst un edacht, wie kejket mol, wat dat Leed ver ne Geschichte hat.

Dat Leed verännere seck jümme wia.

Dat ist nämlich sau: Dat Leed heit in Hamburch ok „En echt Hamborger Jung“ oder „An de Eck steit’n Jung mit’n Trudelband“ un is mie den Joahren jümmer anners ewurn.

Tweie Hamburger Originale het seck dat utedacht

Ver n lüttchet bittchen mier als 100 Joahren würn doa tweie Brüder, Ludwig und James Wolf. Vandoage künt je woll sejjen, de Kirels würn Originale, jümmer vern flottet Leed tau kriejen. De boaden het seck den Text utedacht, as n Couplet. Dat is französisch un meent doamie en scherzhaft-satirisches Strophengedicht mit Kehrreim und meist aktuellem [politischem] oder pikantem Inhalt.“ Sejjt tauminnest de Duden. Schall woll stimmen.

Is ’n Klacks vern Hamburger Jung

Feive Strophen würn dat mol. Dene Kehrvers gaff dat noch nich. Dat wür 1911. Taun ersten Mol ver Publikum het de Kirels dat 1917 uppeführt. De Melodie wür oaber noch janz annersta. Dat wat vandoage esungen wert, is van Charly Wittong. Hei wür’n Coupletsänger, also hei konnte dat singen.

Un de Meike mie ’n Eierkorv?

De tweite Strophe mie de Deern un den Eierkorv het seck wiea n annerer utedacht. Dat wür woll Walter Rothenburg – Wikipedia sejjt, hei würn Hamburger Schriftsteller un n Boxpromoter. Wat ver ne Mischung.

Wie is dat nu mie den Äppeln un den Zaun?

Nu oaber tau den Kehrvers. De Melodie un n poar Wurte würn van Berliner Komponisten Paul Lincke. Hei wür n Kapellmester bi de Bühne un het mie den Kracher „Die Gigerlkönigin“  all Joahre ver de Wolfschen Strophen n riesen Erfolg ehat. Dat Leed was up Hochdeutsch und äverall bekannt. In Hamburch würn denn n poar junge Lüe, de dat ümmeschriebn het. Mie de Tied gaff dat ok platte Kehrverse – oaber de hochdeutsche Refrain werd vandoage mest mie den plattdeutschen Strophen esungen.

Tachprojekt singet „An de Eck steit’n Jung mit’m Tüdelband“

So. Nu is dat utenannerklamüsert. Tauminnest in etwa. Nu wüwwe ok wat hürn. Hea ist use lüttsche Upnoahme.

Hea is de Tüdelband-Text: Singet mie!

An de Eck steiht ’n Jung mit’n Tüddelband  
in de anner Hand ’n Bodderbrood mit Kees,  
wenn he blots nich mit de Been in’n Tüddel kümmt 
un dor liggt he ok all lang op de Nees  
un he rasselt mit’n Dassel op’n Kantsteen  
un he bitt sick ganz geheurig op de Tung,  
as he opsteiht, seggt he: Hett nich weeh doon,  
is’n Klacks för so’n Hamborger Jung 

An de Eck steiht ’n Deern mit’n Eierkorf  
in de anner Hand ’n groote Buddel Rum  
Wenn se blots nich mit de Eier op dat Plaaster sleit 
un dor seggt dat ok al lang „bum bum“.  
Un se smitt de Eiers un den Rum tosomen  
un se seggt „So’n Eiergrog den hebb ik geern“  
as se opsteiht, seggt se: „hett nich weeh doon,  
is’n Klacks för ‘ne Hamborger Deern 

Klaun, klaun, Äppel wolln wir klaun,  
ruck zuck übern Zaun,  
Ein jeden aber kann das nich, denn er muss aus Hamburg sein.

N poar Links un Heidi Kabel

Hea gifft dat richtich gladden Artikel äver dat Leed An de Eck steit’n Jung mit’m Tüdelband in Archiv van de Zeit. Anlass wür de Film „Return of the Tüdelband“ (2003).

Veele Künstler het sck mie den Leed all beschäfticht. Eck mach besonners giern de Tüdelband-Version van de Giraffenaffen. Anna Depenbusch singet sau hübsch van den echten Hamburger Jung. Un düsse Fruensminsche draff nich fehlen, wenn dat äver Hamburchs Hymne goaht.

3 Gedanken zu „Hamburg-Hymne: De Jung mit’m Tüdelband“

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